MIO bei der GiebichenStein Designpreisaustellung in der Kunststiftung

MIO war in der GiebichenStein Designpreisaustellung in der Kunststiftung vertreten.

GiebichenStein Designpreis 2015

Laudatio

Das Projekt MIO ist ein Paradestück für die plastische Erklärung dafür, was in aller Welt eigentlich unter dem Begriff „Partizipatives Design“ zu verstehen ist. Den beiden Autorinnen Delphine Bishop und Lina Zacher ist es mit viel Überzeugungskraft, Motivationstalent und Voraussicht und vor allem einer guten Idee gelungen, die Kinder einer Grundschule in Halle und einer Schule in Madagaskar in einen kulturellen Austausch auf Augenhöhe zu bringen. Voneinander Lernen ist im Prinzip immer eine WIN-WIN-Situation. Wenn junge DesignerInnen diese Schnittstelle für die Generation von morgen über die Kontinente hinaus entwerfen und moderieren, dann ist das ein ganz besonders schönes Erklärungsbeispiel dafür, wieweit der „Designbegriff“ heute geht. Technisch ist das Verfahren einfach und mit vergleichsweise geringen finanziellen Mitteln machbar. Schaue ich mich als frischgebackener Schulkindvater im Klassenraum um, dann steht da schon immer ein „ELMO“, ein digitales Präsentationdevice, um beispielweise einen 50-Euro-Schein an den Wand zu werfen und zu untersuchen. Diese und ähnliche Technik zukünftig zu nutzen, um AUS dem Klassenraum ÜBER den Tellerrand zu blicken, dafür haben Bishop und Zacher mit ihrem Austauschformat – das viele Kinder auf einmal beflügelt – einen preisverdächtigen Impuls gesetzt.

Wissenschaftlich ist es erwiesen, dass sich die frühen Erlebnisse am tiefsten in das Gedächtnis eingraben – wie schrieb bereits Heinrich Heine: „Aus den frühesten Anfängen erklären sich die spätesten Erscheinungen.“ Dies gilt heute mehr denn je für ein verständnisvolles Miteinander in der Welt. In diesem sozialpolitischen Feld seinen Auftrag als DesignerIn zu sehen, ist überaus zeitgemäß und angemessen. Als Alternative zum „Dinge, die die Welt nicht braucht“ ist MIO genau das, was die Welt JETZT braucht. Hochgradig wichtig wäre es – nach dem Entwurf und Belastungstest dieses Prototyps –- einen starken Produzenten zu finden, der dieses immaterielle Design flächendeckend in die Schulen implantiert, damit es einen festen Platz in der Bildungslandschaft bekommt.

 

The project MIO is an excellent example of a graphic explanation of what we are to understand by the term ‘participative design’. The two authors of the project, Delphine Bishop and Lina Zacher, have, with a great deal of conviction, motivation and foresight – and, above all, a good idea, succeeded in enabling children from a primary school in Halle and children from a school in Madagascar to meet as equals in a cultural exchange. Learning from one another is basically a win-win situation. When young designers set up and moderate this link between continents for the up-and-coming generation, we have a particularly nice example of just how far the concept of ‘design’ can be taken today. From a technical point of view, the process is easy – and viable even on a relatively tight budget. When I look round a classroom today, I am likely to see an ‘ELMO’, a digital presentation device with which, for instance, you can project a fifty-euro note onto the wall to examine it. With their exchange format that stimulates several children at once, Bishop and Zacher have provided a prizeworthy incentive to use such technologies to look OUT of the classroom and BEYOND the horizon.

It has been scientifically proven that early experiences are most deeply engraved in our memories. As Heinrich Heine wrote: ‘The earliest beginnings explain the latest occurrences.’ Today, this applies more than ever to an understanding coexistence in the world. In this day and age, it makes sense to situate one’s role as a designer in this socio-political field. As an alternative to the ‘things the world doesn’t need’, MIO is exactly what the world needs NOW. It is extremely important to follow up the draft and test of this prototype with the search for a strong producer to implement the design in schools throughout Germany, and give it a permanent place in the education landscape.